LLOYD steht an einem Wendepunkt – und Andreas Schaller ist der Architekt dieser Transformation. Im Gespräch zeigt er, wie aus einer traditionsreichen Schuhmarke eine globale Lifestyle‑Brand entsteht. Mit dem neuen Claim „Own the Moments“ und der Vision „Fuel a Positive Lifestyle“ richtet LLOYD seine Identität deutlich neu aus: weg vom Produktfokus, hin zu einem ganzheitlichen Lebensgefühl, das Joy, Confidence und Style verbindet. Die Wings of Inspiration markieren diesen Aufbruch – ein Symbol für Bewegung, Leichtigkeit und Ambition.
Gleichzeitig positioniert sich LLOYD bewusst in einer echten Value Competition: nicht über das Produkt, sondern über Haltung, Relevanz und die Frage, wofür eine Marke im Leben der Menschen steht. Die strategische Weitung in neue Kategorien, die internationale Ausrichtung und die Kunst, 137 Jahre Markenerbe in eine moderne, begehrliche Lifestyle‑Erzählung zu übersetzen, werden uns heute beschäftigen.
„Unser Ziel ist es, LLOYD zu einer globalen Schuh- und Lifestyle-Marke mit hoher Sichtbarkeit zu entwickeln.“
LLOYD wurde 1888 gegründet und entwickelte sich vom Bremer Handwerksbetrieb zum europäischen Premium‑Schuhhersteller. Nach dem Krieg erfolgte der Neustart in Sulingen, wo die Marke bis heute sitzt. 1997 übernahm die Ara AG das Unternehmen und führte es über 25 Jahre stabil weiter. 2023 suchte Ara einen neuen Eigentümer – und fand ihn in der Schweizer Arklyz Group AG. Die Übernahme wurde im Mai 2024 abgeschlossen. Arklyz will LLOYD internationalisieren, digitalisieren und zur globalen Lifestyle‑Marke weiterentwickeln. Andreas Schaller begleitet das Unternehmen seit nunmehr 37 Jahren und kennt die Schuhbranche wie kein Anderer und maßgeblich an der Entwicklung des Unternehmens
Die Bedeutung von Outlets für das Unternehmen, da sie sowohl für die Vermarktung von Überhängen und Fehlerprodukten als auch für die Markenentwicklung wichtig sind, und die Herausforderungen bei der Standortwahl für neue Outlets in Deutschland.
Die Entwicklung von Lloyd Schuhen von reiner Schuhverkauf zu einem Lifestyle-Konzept, das auch Textilien wie Hemden, Pullover und Lederjacken umfasst. Die Marke wird sich auf ein ganzheitliches Erlebnis fokussieren, da reine Schuhgeschäfte heute nicht mehr ausreichen, um Kunden in die Stadt zu locken. Im Zuge der Wandlung des Geschäftskundenstils von formellen Hemden zu casualen Poloshirts und T-Shirts, hat das Unternehmen dazu auch gezwungen ihr Lifestyle-Konzept anzupassen. Startschuß des neuen Konzeptes ist im September 2026 am Standort Berlin.
Die Veränderungen im Schuhmarkt zeichnet sich dadurch aus, dass der klassische Herrenschuh zu einem Nischenprodukt geworden ist, während Sneaker die Mehrheit der Verkäufe ausmachen. Warum sind z.T. Textilhändler erfolgreicher bei der Schuhverkaufstrategie? Sie bieten dem dem Kunden die Möglichkeit, Schuhe direkt zur passenden Hose zu kaufen, was für Männer effizienter ist als die traditionelle Abteilungsstruktur.
Die Herausforderungen des Schuhhandels in Deutschland, da die Branche unter einem tief verankerten Problem leidet, weil Preise seit Jahrzehnten nicht angepasst wurden, obwohl Kosten gestiegen sind. Die Branche vermeidet aktives Preismanagement und konzentriert sich darauf, große Mengen zu verkaufen. Bei steigenden Kosten ist dies die schelchteste Strategie. Ohne Preisänderungen wird in den nächsten fünf Jahren der Schuhfachhandel in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr existieren. Die Preishistorie in der Schuhbranche und wie die Branche zu intensiv auf Niedrigpreise fokussiert ist. Die Branche denkt zu kurzfristig und plant keine strategische Preisentwicklung für die Zukunft.
„Der Preis spielt bei Probierenden keine Rolle, da die Sensorik und Qualität das Hauptinteresse seien, und dass die Produkte besonders in Feinkostläden als Alleinstellungsmerkmal funktionieren – Preis-Mengen-Funktionen werden durch Erlebnis ausgeschaltet.“ Zitat von Dr. Johannes Frankenfeld PodCast Episode 159
Der nationale und internationale Mittelstand besitzt eine starke Marktpositionen in ihren Heimatländern, aber es ist schwierig, international zu expandieren. Diskussion über Humanik in Deutschland oder die Erfolge von Inditex. Der Engpassfaktor Personal im stationären Handel, der als Wettbewerbsvorteil betrachtet werden muß. Kundenservice und Einkaufserlebnis die zukünftig über den Erfolg eines Unternehmens bestimmen.
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