Heute habe ich einen Gast, der Retail nicht nur gestaltet, sondern gelebt hat – seit seiner Kindheit. Ralf D. Stumpf ist im Europa‑Park groß geworden, wortwörtlich zwischen Souvenirständen, Attraktionen und der Frage: Wie entsteht eigentlich ein Erlebnis, das Menschen mit nach Hause nehmen wollen?
Als Direktor Shopping & Games verantwortet er heute eines der komplexesten Handelsökosysteme Deutschlands: über 60 Filialen, zigtausende Artikelreferenzen, permanente Sortimentsinnovation und die Kunst, Emotionen in Produkte zu übersetzen. Kaum ein anderer verbindet operative Bodenhaftung, Markenarchitektur und Erlebnisökonomie so selbstverständlich wie er.
Wir sprechen darüber, wie man in einem Freizeitpark Retail neu denkt, warum manche Produkte sofort zünden und andere trotz bester Idee scheitern, und was Händler aus einem Ort lernen können, an dem jeden Tag Tausende Menschen spontan entscheiden, was ihnen wirklich etwas bedeutet.
Ralf Stumpf erläutert die Geschichte und Entwicklung des Familienunternehmens Mack, das seit 250 Jahren Wagenbau betreibt und heute den weltgrößten saisonalen Freizeitpark mit knapp 7 Millionen Besuchern betreibt. Der Pro-Kopf-Umsatz im Park ist wichtiger sei als die Frequenz, da der Park als „eigenes Ökosystem“ mit eigenen Regeln funktioniert und der Schwerpunkt auf emotionalen Erlebnissen liegt. Die Konkurrenz des Handels liegt hauptsächlich in der Zeit, die Gäste mit Fahrgeschäften und Shows verbringen, da der Park nicht als Bedarfslaufhandel, sondern als Erlebnislocation konzipiert ist.
Die Veränderungen der Besuchsdauer im Europaparkhaben Auswirkungen auf das Merchandise-Geschäft im Handelssektor. Es wird zwischen Wiederholungs- und Erstbesucher einteilt und wie sich dies auf die Sortimentauswahl und -gestaltung auswirkt. Die verschiedenen Themenbereiche im Park beeinflußen die Produktangebote, einschließlich spezifischer Artikel für Länder, Attraktionen und die parkweiten Charaktere Ed und Edda.
Die Entwicklung der Fotos von analogen chemischen Bildern zu digitalen Fotos und wie sich das Geschäft in den 1980er Jahren von Kleinbildfilmen zu digitalen Kameras und schließlich zu Smartphones wandelte.
Lizenzen haben eine herausragende Bedeutung im Spielwarenmarkt, insbesondere an der Nürnberger Spielwarenmesse, wo Disney und andere große Marken eine starke Präsenz haben. Im Umkehrschluß setzt der Europapark trotz der dominanten Lizenzstrategien auf seine eigene Marke, die sich um Charaktere wie Ed und Edda sowie parkspezifische Themen wie Madame Freudenreichs Dinosauriergarten in Frankreich dreht. Ein spannender Exkurs zur europäischen Kulturbrücke was eine Depoendance (Büro) u.a. in Straßburg impliziert, um französische Gäste besser zu bedienen.
Die Entwicklung des Online-Shops des Europaparks, der in drei Bereiche unterteilt ist: Ticketverkauf für den Park, Event-Tickets und Merchandise-Produkte. Der Online-Shop hat während der Corona-Zeit durch den verstärkten Ticketverkauf online gewonnen, aber der Fokus liegt weiterhin auf dem physischen Park, da die emotionale Verbindung mit dem Park für den Kauf von Merchandise-Produkten entscheidend ist.
Der Unterschied im Profiling der Parks.
Herausforderungen im Einzelhandel, insbesondere in Bezug auf Regulierungen, Digitalisierung und die Wettbewerbslandschaft mit internationalen Marktteilnehmern wie Temo und Shein. Regulierung und die Compliance mit Gesetzen wie dem Sorgfaltspflichtengesetz haben erhebliche Auswirkungen auf den Tagesablauf im Einzelhandel haben, was Innovation und Digitalisierung erschwert. Dazu kommt die Bedeutung der lokalen Wirtschaft und ide Verantwortung für Arbeitsplätze.
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