Tim Kälberer galt früh als Ausnahmeerscheinung: Einer der jüngsten Manager im deutschen Handel, der schon in seinen Zwanzigern Verantwortung übernahm – – und einer, der schon damals echtes Skin in the Game hatte. Nicht nur mitreden, sondern mit eigenem Einsatz im Risiko stehen: Er ist also nicht nur im Stadion und schaut zu, sondern steht selbst mit Verantwortung auf dem Platz. 😊 sollte man auch bei unserer Nationalmanschaft einführen.
Heute steht er erneut an einem Wendepunkt – diesmal mit ANSONS. Während viele Menswear‑Formate stagnieren, richtet er die Marke neu aus: mutiger, moderner, relevanter. Im Gespräch zeigt er, wie ANSONS sich vom klassischen Herrenausstatter zu einem kuratierten Style‑Hub entwickelt – mit klarer Profilierung, geschärften Zielgruppen, neuen Erlebnisflächen und einem Sortiment, das stärker auf Lifestyle, Markenwelt und modische Impulse setzt. Tim spricht über die Kraft von Authentizität, die Bedeutung von Frequenztreibern und darüber, warum ANSONS künftig weniger „breit“ und deutlich „pointierter“ agiert. Die Neuausrichtung ist kein Facelift, sondern ein strategischer Neustart – mit Fokus auf Begehrlichkeit, Markencharakter und einer Retail‑Experience, die Männer wieder inspiriert.
Tim Kälberer berichtet über seinen beruflichen Werdegang bei Wormland, von seinem Einstieg als Verkäufer in München bis hin zu seiner Rolle bei dem Management Buyout im Jahr 2019. Er erläutert, wie das Unternehmen während der COVID-19-Krise alle Filialen schließen und anschließend digitalisiert werden musste, wobei ein Online-Shop mit Salesforce als CRM-System entwickelt wurde. Tim erklärt, dass er nach der Insolvenz und Liquidation von Warmland im Jahr 2022 zu Ansons wechselte und seit über einem Jahr dort arbeitet, wobei das Unternehmen in Q4 zwei neue Filialen in Augsburg und Hamburg eröffnet hat. Aktuell stehen noch die Freshments in Frankfurt MTZ und Centro Oberhausen im Fokus.
Tim erläutert das Sortimentskonzept seines Unternehmens, bei dem kuratierte Marken und experimentelle D2C-Marken nebeneinander präsentiert werden, um sich von anderen Multibrand-Geschäftsmodellen abzusetzen. Er betont, dass die Kombination von etablierten Marken wie Polo Ralph Lauren mit experimentellen Labels wie Prohibited eine starke Positionierung bietet, da sie verschiedene Preislagen und Stilrichtungen abdeckt. Tim kündigte außerdem an, dass Mitte Oktober ein neue private Label „Ansons“ vorgestellt wird, das Teil des Rebranding-Prozesses ist und die Fähigkeit des Unternehmens demonstriert, schnell positionierte Marken zu entwickeln. Diskussion über Markenpositionierung und Produktentwicklung, wobei Tim betont, dass ikonische Marken vor allem aus Sicht der Markenidentität von ANSONS wichtig seien. Wir sprechen über die Beratungsqualität in den Geschäften, die von Abteilung zu Abteilung variiert, mit vollständiger Beratung in der Konfektion und weniger intensivem Service in der Young Fashion. Tim erklärt, dass sie sowohl Änderungsateliers mit Schneiderinnen als auch Private Shopping-Angebote anbieten, wobei letzteres vor allem für besondere Anlässe genutzt wird.
Tim erklärt die Zielgruppenstrategie seines Unternehmens, bei der sie sich auf ein gewisses Stilversprechen konzentrieren, anstatt alles zu verjüngen. Er beschreibt die multisensorische Store-Präsenz mit Oldtimern und Duftanlagen sowie provokative Rebranding-Kampagnen mit Schauspieler Clemens Schick. Tim betont die Bedeutung echter Menschen in der Außendarstellung anstelle von KI-gesteuerten Kampagnen.

Tim erläutert die Entscheidung für den 1. FC Köln, da dieser nahe am Store in Köln liegt und die Marke als authentisch und sympathisch empfunden wird.

Tim betont, dass die Zielgruppe von 24 bis 65 Jahren breit ist und das Konzept darauf abzielt, Menschen auf verschiedenen Lebensphasen stilistisch zu begleiten, ohne sich zu jung zu gestalten. Die Diskussion umfasste auch Preisstrategien, wobei Tim erklärt, dass sie sich an ihre Zielgruppe anpassen müssen, besonders bei teureren Outdoor – Bereichen.
Die Digitalisierung ist für Tim Kälberer eine permanente Herausforderung. Wenn die Entscheidungsketter zu lang wird, wird kurzer Hand intern die Entwicklung in die Hand genommen, aus der u.a. eine Mitarbeiter-App innerhalb kürzester Zeit entstand. Er beschreibt die Einführung eines neuen ERP-Systems und die Implementierung von Konsignations- und Flächenbewirtschaftungssystemen, die Markenpartnern ermöglichen werden, proaktiv bei der Sortimentsgestaltung und dem In-Season-Management auf den Flächen mitzuwirken.
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Fotokredit: ANSONS