Heute tauchen wir ein in eine Disziplin, die oft unterschätzt wird – und doch über Erfolg oder Scheitern im Store entscheidet: Visual Merchandising. Mein Gast, Marko Grote‑Westrick, verbindet wie kaum ein anderer Handwerk, Daten und Raumintelligenz. Vom klassischen Schauwerbegestalter, der Plakate noch selbst malte, bis zum strategischen Brückenbauer zwischen Marke, Architektur und Verkaufsfläche. Marko zeigt, warum Warenplatzierung ohne Warenpräsentation nur Logistik ist, wie digitale Touchpoints den Raum erweitern – und weshalb Stores erst dann funktionieren, wenn Design, Laufwege und Sortimentslogik zusammen gedacht werden. Ein Gespräch über echte Retail‑Performance, räumliche Dramaturgie und die Zukunft des Merchandising.
Marko erzählt von seinem beruflichen Werdegang im Bereich Visual Merchandising und Store Design. Er begann mit einer Ausbildung als Schauwerbegestalter in einem Kaufhaus, wo er später in ein Expansionsteam wechselte und intern verschiedene Führungspositionen übernahm. Später arbeitete er bei Streetwine, Tom Taylor und Puma, wobei er bei Puma international tätig war und für mehrere Regionen verantwortlich war. Abschließend war er 13 Jahre bei Jack Wolfskin in der Position Director Visual Merchandising Store Design tätig.
Diskussion über die Entwicklung des Begriffs „Visual Merchandiser“. Marko erklärt, dass sich der Begriff entwickelt hat, weil der ursprüngliche Beruf des Schauwerbegestalters durch Zentralisierung und vorgegebene Markenphilosophien weniger kreativ wurde. Er beschrieb die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Merchandiser-Begriff und dem Visual Merchandiser, wobei letzterer oft einen visuellen Hintergrund hat und für die Umsetzung der Flächengestaltung verantwortlich ist. Die Diskussion endet mit der idealen Zusammenarbeit zwischen Einkauf und Visual Merchandising.
Shop-in-Shop-Systeme schränken die Flexibilität des Einzelhändlers ein, da sie exklusive Plätze für Marken vorgeben, während ein neutral eingerichtetes System mehr Anpassungsfähigkeit bietet. Er betont, dass Store-Design in solchen Konzepten systemfähig gemacht werden muss, um funktionstüchtig zu bleiben, und dass die Lücke zwischen Architektur und Retail-Praxis ein wichtiger Aspekt ist.
Starre und flexible Regalsysteme im Einzelhandel ermöglichen nur eingeschränkte Warenpräsentationen. Marko unterstreicht die Einbeziehung des Merchandisers in die Ladenplanung, um eine bessere Funktionalität der Flächen zu gewährleisten.
Die Herausforderungen und Möglichkeiten im Bereich des Merchandisings, insbesondere in Bezug auf die Veränderung von Flächen und Sortimenten in mittelfristigen Konzepten. Aufgrund von Lieferrhythmen und digitalen Regalverlängerungen ändern sich Flächen und gleichzeuitig beanspruchen neue Merchandising-Konzepte größere und flexiblere Flächen. Die Notwendigkeit von mehr qualifizierten Merchandisern und die Bedeutung von Guidelines, die es Mitarbeitern ermöglicht, Anweisungen flexibel anzuwenden.
Die Entwicklung von Guidelines für Social Merchandising, konzentriert sich Heute auf drei Hauptaspekte:
Welche Herausforderungen bestehen bei der Visual Merchandising-Implementierung im Handel. Die Umsetzung von Kampagnen muss so gestaltet werden, dass alle Mitarbeiter sie mit wenigen Handgriffen umsetzen können, weshalb heute einfache Systeme wie Spannrahmen mit Stickers bevorzugt werden. Die Renaissance des Handwerks und des Merchandisings im Einzelhandel und verschiedene Messgrößen für die Warenpräsentation die den Kunden in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen wie Durchschnittsbon, Verweildauer oder Conversionrate
Marko erklärt, wie digitale Expertise und Marketing-Kampagnen in Erlebnisräumen miteinander verknüpft werden können, sowohl vom Store zum Social Media als auch umgekehrt. Die Herausforderungen bei der Nutzung von Digital Signage, und wie qualitativ hochwertiger Content und angemessene Budgets entscheidend sind.
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